Vipassana-Kurse im Zentralgefängnis von Baroda

Einführung

Fünf Vipassana-Kurse wurden bis jetzt im Zentralgefängnis von Baroda abgehalten. 1993 veröffentlichte der Leiter des Gefängnisses, Superintendent Raghuvir L. Vora, ein Buch über diese Kurse in Gujarati. Der folgende Text ist ein Auszug aus einem in englischer Sprache verfaßten Artikel von Mr. Vora unter dem Titel "Gefängniskurse und Vipassana":

Der unmittelbare Effekt der Vipassana-Kurse im Zentralgefängnis von Baroda ist der beträchtliche Rückgang der Gesetztesbrüche im Gefängnis. Die Regeln werden nun freiwillig von den Insassen befolgt. Es gibt kaum irgendwelche Probleme mit Streitereien unter den Insassen oder zwischen den Gefangenen und dem Wachpersonal. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Gefangenen und den Wachen hat sich verbessert, was zu einem reibungslosen Ablauf der Gefängnisverwaltung geführt hat; so ist die allgemeine Atmosphäre im Gefängnis friedvoller geworden und frei von Spannungen. Da die Aufrechterhaltung von Recht und Gesetz innerhalb der Strafanstalt nicht länger ein ernsthaftes Problem darstellt, kann die Verwaltung natürlicherweise mehr Zeit dem Wohle der Insassen widmen ...

  Die heilsame Auswirkung der Reformen ist beschleunigt worden, da die Insassen eine offene und empfängliche Haltung ihnen gegenüber entwickelt haben und bereitwillig begonnen haben, sich an vielen Aktivitäten zu beteiligen. Zum Beispiel begannen viele Insassen von sich aus zu meditieren, wenn sie nachts in den Zellentrakten eingeschlossen wurden, ohne daß ihnen dies vorgeschlagen wurde. Das Leben im Gefängnis erscheint nicht länger nutzlos; es ist angefüllt mit sinnvollen Inhalten und inspirierend. Jeder scheint zufrieden zu sein, und eine harmonische Atmosphäre herrscht über allem.

  Um es kurz zu fassen, die Insassen haben ein Ziel für ihr Leben, einen neuen Lebenssinn entwickelt, während sie vorher im Dunkeln umherirrten. Das ist der geistige Lohn der Vipassana-Meditation.